05/15/2026

Der Freistaat Sachsen hat am 8. Mai 2026 einen Antrag in den Bundesrat eingebracht, um die Zahl der aktuell 328 dualen Ausbildungsberufe zu verringern und stärker zu bündeln. Dies soll für die Jugendlichen die Orientierung erleichtern, vor allem aber das Problem der Beschulung lösen. Einigen Landesvereinigungen gelang es kurzfristig, ihre Landesregierungen für die dahinter liegende Problematik zu sensibilisieren. Wirtschaftsseitig sehen wir den Antrag überaus kritisch. 

Bewertung:

  • Die betriebliche Praxis entscheidet, welche Berufe gebraucht werden – nicht der Staat.
  • Die Sozialpartner ordnen die Berufe. Das gehört zu ihren Kernaufgaben. Sie richten sich dabei nach den Bedarfen in Branchen und Betrieben.
  • 2005 gab es rund 360 Ausbildungsberufe. Diese Zahl ist deutlich gesunken. Seit 2020 liegt sie stabil bei etwa 330. Die Sozialpartner modernisieren die Berufe laufend, ohne neue hinzuzufügen. Zum Vergleich: Deutsche Hochschulen bieten derzeit rund 22.000 Studiengänge an.
  • Probleme bei der Beschulung – etwa Lehrkräftemangel oder fehlende Standorte – lassen sich nicht lösen, indem man Berufe beliebig zusammenfasst. Entscheidend ist allein, ob gemeinsamer Unterricht fachlich und didaktisch Sinn ergibt. Notlagen dürfen nicht den Maßstab setzen. Deshalb prüfen die Sozialpartner in jedem Neuordnungsverfahren gemeinsam mit der KMK, ob gemeinsame Beschulung sinnvoll ist.
  • Die Sozialpartner stehen den Ländern für Gespräche über gemeinsame Lösungen zur Verfügung. Wir warnen jedoch davor, im Bundesrat Entscheidungen ohne die Praxis zu treffen. Solche Beschlüsse hätten weitreichende Folgen. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage würden sie den Standort Deutschland weiter schwächen.
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