08/20/2026

Die geopolitische Lage verlangt höhere Verteidigungsausgaben. Zwischen 2026 und 2030 plant der Bund rund 95 Milliarden Euro zusätzlich für Verteidigung auszugeben, wenn man die Veränderungen zum jeweiligen Vorjahr addiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigt dadurch 2026 und 2027 um 0,7 und 0,9 Prozent. Danach flacht der Effekt ab. Kumuliert liegt der BIP-Effekt bis 2030 bei gut 96 Milliarden Euro. Jeder zusätzlich eingesetzte Euro bringt also nur etwas mehr als einen Euro Wachstum. Positive Folgeeffekte, wie sie Investitionen etwa in die Infrastruktur auslösen, sind gering. Das zeigt eine IW-Simulation auf Basis des Global Economic Model von Oxford Economics.

Schulden wachsen stark an

Die zusätzlichen Staatsausgaben regen zudem kurzfristig die Investitionen an: 2027 liegen sie gut drei Prozent höher als ohne die Mehrausgaben. Nach diesem kurzen Impuls schwächt sich der Effekt jedoch wieder ab. Weitere positive Effekte könnten Innovationen im Militärbereich bringen, die in die zivile Wirtschaft ausstrahlen und dauerhaft die Produktivität erhöhen. Doch dafür fließt zu wenig Geld in Forschung und Entwicklung: 2025 gingen nur rund zwei Prozent der deutschen Verteidigungsausgaben in diesen Bereich. Zum Vergleich: In den USA liegt der Anteil bei 16 Prozent.

Die Kehrseite des moderaten Wachstumseffekts zeigt sich in den Staatsfinanzen. Die zusätzlichen Ausgaben finanziert der Bund durch eine Ausnahme von der Schuldenbremse. Bereits 2026 liegt die nominale Gesamtverschuldung 0,5 Prozent über dem Basisszenario ohne zusätzliche Staatsausgaben für Verteidigung. Bis zum Ende des Jahrzehnts liegt sie um rund 64 Milliarden Euro höher. Riskant wird es, wenn das Wachstum schwächer ausfällt oder gar ausbleibt: Dann steigen die Schulden weiter, ohne dass die Wirtschaftsleistung mithält. Dadurch könnte die Spitzenbonität der Bundesrepublik verloren gehen – und die Zinslast würde noch weiter wachsen.

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